Wann war dein letztes erstes Mal?

Der unscheinbare Start in Meilen
“Wenn Du tust, was Du immer getan hast, wirst Du bekommen, was Du immer bekommen hast!” Da ich die Worte des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln sehr weise finde, habe ich beschlossen, heute etwas anders zu machen. Genauer gesagt, etwas Neues zu machen. Noch genauer gesagt, 2,1 Kilometer zu schwimmen.

Heute war die kleine Zürcher Seeüberquerung von Meilen nach Horgen, die eigentlich die große heißen müsste, da sie mit 2,1 Kilometern die längere ist. Aber die große Seeüberquerung ist eine andere, die hat ganz viele Teilnehmer (mehrere 1.000), geht von der Badi Mythenquai rüber zur Badi Tiefenbrunnen und ist 1,5 Kilometer lang. Heute war also die kleine, lange Seeüberquerung. Und ich habe einfach mal mitgemacht.

Das hieß für mich am Morgen um 7:15 Uhr rauf aufs Rad stiegen, nach Meilen radeln, knapp 17 Kilometer. Dort angekommen Rad abstellen, Startgeld zahlen, umziehen, Rucksack auf den Transportwagen legen, Badekappe aufziehen und zwischen anderen Menschen in Badekleidung auf den Start warten. Schon ein lustiges Erlebnis zwischen 460 (so viele wie nie zuvor) halbnackten Menschen zu stehen, während der Rest der Schweiz gerade frühstückt. Die Eventisierung der Gesellschaft ist ein spannendes Phänomen. In diesem Fall kommen die Einnahmen der SLRG zugute, dafür zahle ich doch gerne.

Rettungsboote immer in Sichtweite

Ich bin noch nie zuvor 2,1 Kilometer am Stück geschwommen, also war das Ganze ein durchaus aufregendes Unterfangen. Um 9 Uhr ging es los, mit einem Startpfiff durch einen der Organisatoren dieses kleinen aber feinen Events. Anders als bei meiner alleinigen (kleinen) Seeüberquerung hatte ich vor dieser Überquerung keinerlei Ängste. Links und rechts wusste ich jederzeit andere Schwimmer und auch Rettungsboote waren immer in Sichtweite.

Ready für die Überquerung
So oder so habe ich mir keinerlei Sorgen gemacht sondern (fast) jeden Schwimmzug (Brust, Kraul und Rücken) genossen. Ein wundervolles Erlebnis, über einen See zu schwimmen, an einem Sonntagmorgen, an dem die Sonne scheint und sich mitten auf dem See ein grandioses Panorama auftut.

Offiziell sind es 2,1 Kilometer. Aber einige Schwimmer haben eine Tendenz zum Zickzack-Schwimmen und kommen daher auf mindestens 2,5 Kilometer. Anders als bei anderen Sport-Veranstaltungen bin ich dieses Mal ganz entspannt. Es gibt keine Zeitmessung, es ist kein Wettkampfs, also kann ich unterwegs durchaus stoppen, zurückblicken, entspannt auf dem Rücken weiterschwimmen und mich staunend umblicken. Ganz kurz habe ich am Morgen überlegt, ob ich nicht doch lieber einfach um sieben Uhr in die Badi in der Nähe unseres Hauses fahren soll. Dort kann ich entspannt 1,2 Kilometer schwimmen, bin schnell zuhause und habe einen gerade einmal 3 Kilometer weiten Weg mit dem Rad zurücklegen.

Doch wie sagte einst der kluge Herr Konfuzius: “Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.” Ich bin nicht in meine Home-Badi gefahren, sondern nach Meilen. Eine gute Entscheidung. Ich kann die kleine, lange Seeüberquerung jedem nur empfehlen. Einfach machen, z.B. 2019!

Raus aus der Komfortzone

Der wohlverdiente Lohn im Ziel
Heute habe ich mich verändert, habe etwas Neues ausprobiert. Und danach war ich sehr glücklich und hungrig und müde. Raus aus der immer gleichen Routine, rein in neue Erlebnisse. Das ist mein derzeitiges Motto. Anders gesagt: Raus aus der Komfortzone, rein in die Lernzone. Der Sommer ist dafür eine ausgezeichnete Jahreszeit, da es so unglaublich viele tolle Angebote gibt. In meinem Kopf schwirren schon ganz viele andere Ideen für neue Dinge, erste Male, Lernzonenerlebnisse.

Doch jetzt gehe ich erst einmal schlafen, mein Körper ist wohlig müde und mein Geist ist es auch. Das Glück ist immer noch in mir. Es war ein schönes erstes Mal und vermutlich nicht das letzte Mal. Schön Dinge dürfen ruhig wiederholt werden, mit Freude und Genuss. Sie sollten allerdings niemals zu einer langweiligen und nicht mehr hinterfragten Routine werden. Oder, noch schlimmer, zu einem Zwang.

Wann hast du zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Was war das genau? Und: Hast du zufällig ein Segelboot auf dem Zürisee? 😉

Teile diesen Beitrag, wenn er dir gefällt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.